Zehnter Tag der Offenen Tür

Am 24. Juni 2017 fand im Wissenschaftlichen Zentrum der Polnischen Akademie der Wissenschaften in Wien der Zehnte Tag der Offenen Tür statt. Dieser Tag wurde auch im heurigen Jahr in Zusammenarbeit mit der Wiener Krakauer Kulturgesellschaft sowie dank der Unterstützung von Wien Kultur organisiert. An diesem Fest nahmen nicht nur Vertreter polnischer Institutionen in Österreich sowie Organisationen der Auslandspolen, sondern auch zahlreiche Polen und Österreicher teil.

Einführend hieß der Direktor des Zentrums, Prof. Bogusław Dybaś, die zahlreich erschienenen Gäste herzlich willkommen und eröffnete den Abend, dessen offizieller Teil aus zwei Vorträgen in deutscher Sprache bestand. Diese waren Henryk Sienkiewicz, seiner Biographie, seinem Schaffen und seinen Reisen gewidmet. Prof. Dybaś wies darauf hin, dass die Vorträge als offizielle Eröffnung der Henryk Sienkiewicz gewidmeten Ausstellung – „Henryk Sienkiewicz – Postkarten von der Reise“ betrachtet werden können, deren französisch-polnischsprachige Version von Natalia Wawrzyniak, Wissenschaftliches Zentrum der Polnischen Akademie der Wissenschaften in Paris, kuratiert worden war. Die erweiterte deutschsprachige Version wiederum wurde von Mitarbeiterinnen des Wissenschaftlichen Zentrums der Polnischen Akademie der Wissenschaften in Wien, Mag. Lidia Gerc und Mag. Irmgard Nöbauer, sowie der Übersetzerin Mag. Patrycja Maciejewska gestaltet. Anschließend stellte Prof. Dybaś die Referentinnen des Abends, Jolanta Doschek und Lidia Gerc, vor.

Ass. Prof. Mag. Dr. Jolanta Doschek ist Polonistin und seit 1994 am Institut für Slawistik der Universität Wien im Bereich der polnischen Literatur tätig. Ihr Forschungsschwerpunkt ist die altpolnische Literaturgeschichte, zu ihren Interessen gehören auch moderne polnische Literatur und Übersetzungswissenschaft.

Mag. Lidia Gerc studierte Denkmalpflege an der Fakultät für Schöne Künste an der Nikolaus-Kopernikus-Universität Toruń und absolvierte, ebenfalls an der Nikolaus-Kopernikus-Universität Toruń, ein Postgraduatestudium für Informationsvermittlung und Informationsmanagement. Sie ist Autorin sowie Koautorin einer Reihe von Veröffentlichungen über Architektur an der Wende vom 19. zum 20. Jahrhundert sowie über zeitgenössische Architektur. Sie wirkte auch bei der Erstellung von Denkmalschutzprogrammen für einige polnische Städte mit. Seit 2013 ist sie Bibliothekarin am Wissenschaftlichen Zentrum der Polnischen Akademie der Wissenschaften in Wien.

Während ihres Vortrags „Quo vadis, auctor? Henryk Sienkiewicz – ein polnischer Autor mit Weltruhm“ stellte Ass. Prof. Mag. Dr. Jolanta Doschek die Biographie des Nobelpreisträgers vor und erörterte die wichtigsten literarischen Werke eines der populärsten polnischen Schriftsteller des 19. und 20. Jahrhunderts. Dr. Doschek stellte u.a. die Entstehungsgeschichte eines der meistgelesenen Bücher von Sienkiewicz, „Quo vadis“, vor, das in 57 Sprachen übersetzt und in über 70 Ländern veröffentlicht wurde und bis heute großen Anklang findet. Gleichzeitig stellte sie fest, dass das Schaffen von Sienkiewicz in Österreich im Vergleich zu seiner Bekanntheit und Beliebtheit in Polen etwas in Vergessenheit geraten ist.

Der Vortrag von Mag. Lidia Gerc über „Sienkiewicz an der Donau“ widmete sich den Reisen von Henryk Sienkiewicz, insbesondere jenen nach Wien und Umgebung. Während ihres Vortrags konnte man u.a. erfahren, dass der großartige polnische Novellist, Romanschriftsteller und Publizist an der Donau sehr populär war und beginnend im Jahr 1881 häufig in Wiener Zeitungen präsent war. Diese bezeichnete ihn mitunter sogar als „den hervorragendsten polnischen zeitgenössischen Schriftsteller“. Über Henryk Sienkiewicz wurde viele Jahre hindurch nicht nur hinsichtlich seiner literarischen Kreativität, seiner Werke (die Oper sowie Verfilmung des Romans „Quo vadis“) sowie seiner Erfolge (Nobelpreis für Literatur), sondern auch bezüglich seiner Verwicklung in verschiedene kleinere oder größere Skandale berichtet – daher könnte man ihn fast als „zeitgenössische Celebrity“ bezeichnen. Abschließend stellte Mag. Gerc bedauernd fest, dass Sienkiewicz nach seinem Tod in Wien immer mehr in Vergessenheit geraten ist.

Den offiziellen Teil beschließend dankte der Direktor des Zentrums, Prof. Bogusław Dybaś, den Referentinnen für ihre sehr interessanten Vorträge und den Gästen für ihre Teilnahme an diesem Abend. Er lud alle herzlich dazu ein, den Abend bei einem Imbiss fortzusetzen. Abschluss des Abends war ein Open-Air-Konzert des Łukasz Jemioła Trios. Deren Repertoire mit klassischen polnischen Lieder aus der Vor- und Nachkriegszeit versetzte die zahlreich erschienenen Gäste in eine besondere, nostalgische Stimmung, die alle zum gemeinsamen Tanzen und Singen anregte.

Adam Czartoryski

Fotos: Adam Czartoryski, Jadwiga Hafner, Malwina Talik

 

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