Asymmetrische Kriegsführung in der tatarischen Kampfkunst in der frühen Neuzeit

Dr. Andrzej Gliwa

Am 28. Juni 2017 fand im Wissenschaftlichen Zentrum der Polnischen Akademie der Wissenschaften in Wien ein Vortrag in polnischer Sprache zum Thema „Asymmetrische Kriegsführung in der tatarischen Kampfkunst in der frühen Neuzeit“ statt, der von Dr. Andrzej Gliwa gehalten wurde.

Prof. Dybaś hieß die Gäste herzlich willkommen und stellte den Referenten und dessen Forschungsschwerpunkte vor. Dr. Andrzej Gliwa ist seit 1990 mit dem Institut für Geschichte an der Jagiellonen-Universität verbunden, wo er mit einer Dissertation unter dem Titel „Kriegszerstörungen und deren Folgen in der Region von Przemyśl im 17. Jahrhundert“ promovierte und seit 2014 unter der Leitung von Prof. Dariusz Kołodziejczyk an einem Forschungsprojekt über das tatarische Heerwesen arbeitet. In seiner Forschungsarbeit widmet sich Dr. Gliwa insbesondere der Geschichte des Heerwesens und der Wirtschaftsgeschichte der russischen Gebiete Polen-Litauens vom 16. bis zum 18. Jahrhundert, den diplomatischen Beziehungen zwischen Polen-Litauen, dem Osmanischen Reich und dem Krimchanat in der Neuzeit, historischer Anthropologie sowie Edition historischer Quellen.

Der Referent begann seinen Vortrag mit der Definiton des Begriffs „asymmetrische Kriegsführung“, der erstmals vom amerikanischen Forscher Andrew J. R. Mack im Jahr 1975 in den wissenschaftlichen Diskurs eingeführt wurde. Ein solcher Konflikt wurde definiert als eine Konfrontation, die durch die Ungleichheit und Asymmetrie hinsichtlich der Ressourcen (asymmetry in resource power) der jeweiligen Gegner gekennzeichnet ist. Weiter in seinen Ausführungen erklärte er, dass der sehr suggestive Ausdruck „Manier der tatarischen Kampfkunst“ im Kontext von Kriegsführung den spezifischen Sinn den tatarischen Kriegsaktivitäten wiedergeben. Dr. Gliwa gab auch einen Einblick in die Haupteigenschaften der tatarischen militärischen Operationen, das Schema der Überfälle der Tataren sowie die Bewegungen und die Reichweite der Truppen der tatarischen Kavallerie. Als Ergänzung des Referats wurde eine detailreiche multimediale Präsentation gezeigt, in der die Ergebnisse der Forschung, basierend auf sogenannten Massenquellen, die über hohe chronologische und räumliche Auflösung verfügen und sich kartographischer Methoden sowie Geoinformationstechnologien bedienen, dargestellt wurden. Im Lauf des Abends wurden auch kulturelle Bezüge der tatarischen Raubzüge in Form von Bildern, Geschichtsorte etc. angesprochen.

Auf den Vortrag folgte eine interessante Diskussion, die zwischen historischen Themen bezüglich Kriegshandlungen im 17. Jahrhundert und heutiger asymmetrischer Kriegsführung oszillierte. Hauptgedanken der Diskussion waren die Kooperation der Tataren und Kosaken (der Referent vertrat die Ansicht, dass beide Heere einander gut ergänzten, da die Tataren über eine perfekte Kavallerie und die Kosaken über eine gute Infanterie verfügten) sowie das Schicksal und die Berichte jener, die in tatarische Gefangenschaft gerieten. Abschließend dankte Prof. Bogusław Dybaś den Gästen für ihre Teilnahme und lud alle herzlich ein, die interessanten Gespräche inoffiziell fortzusetzen.

Katarzyna Prałat

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